Franchise und Selbstbehalt
Ein Jahr Arztrechnungen: Wer zahlt was?
- Franchise
- Bis CHF 300 bezahlen Sie alles selbst.Bis CHF 2'500 bezahlen Sie alles selbst.
- Selbstbehalt
- 10 % der Kosten über der Franchise, maximal CHF 700 (Erwachsene).
- Danach
- Die Kasse übernimmt 100 %.
- Max. Eigenkosten
- CHF 300 + CHF 700 = CHF 1'000CHF 2'500 + CHF 700 = CHF 3'200
Die Kernfrage: Ab welchen Gesundheitskosten lohnt sich Franchise 300?
Die Antwort lässt sich auf eine Zahl herunterbrechen: Liegen Ihre Gesundheitskosten pro Jahr regelmässig über rund CHF 2’000, ist die Franchise CHF 300 günstiger. Darunter gewinnt die Franchise CHF 2’500. Diese Schwelle ist kein Zufall. Das Gesetz begrenzt den Prämienrabatt für eine höhere Franchise, und fast alle Kassen geben 2027 genau diesen Höchstrabatt. Rechnen Sie Ihren Fall direkt hier aus:
Franchise-Rechner: 300 oder 2’500?
Zwei Angaben genügen — wir rechnen den Break-even für Sie.
Differenz der Jahresprämien zwischen Franchise 300 und 2’500 bei Ihrer Kasse. Gesetzlich höchstens CHF 1’540 pro Jahr (Erwachsene).
Arztbesuche, Medikamente, Therapien — was Sie in einem normalen Jahr erwarten.
Ihr Break-even liegt bei Gesundheitskosten pro Jahr.
Vereinfachte Rechnung (inkl. 10 % Selbstbehalt-Effekt bis Maximum). Ihre exakte Ersparnis hängt von Kasse, Region und Modell ab.
Die Break-even-Formel
Die optimale Franchise ergibt sich aus dem Vergleich der Gesamtkosten (Prämie + Eigenkosten) bei verschiedenen Franchise-Stufen. Die Formel:
Gesamtkosten = Jahresprämie + min(Gesundheitskosten, Franchise) + Selbstbehalt
Wobei der Selbstbehalt = 10 % × max(0, Gesundheitskosten − Franchise), maximal CHF 700.
Der Break-even-Punkt ist erreicht, wenn die Gesamtkosten bei Franchise CHF 300 gleich hoch sind wie bei Franchise CHF 2’500:
Break-even = Punkt, an dem die höhere Prämie bei CHF 300 durch die tieferen Eigenkosten genau ausgeglichen wird.
Die gesetzliche Obergrenze für den Franchise-Rabatt
Wie viel Prämie Sie mit einer höheren Franchise sparen, ist gesetzlich gedeckelt. Die Prämienreduktion pro Jahr darf höchstens 70 % des zusätzlichen Risikos betragen, das Sie mit der höheren Franchise übernehmen (KVV Art. 95 Abs. 2bis). Für Erwachsene heisst das:
| Franchise | Zusätzliches Risiko gegenüber CHF 300 | Maximaler Rabatt pro Jahr (70 %) |
|---|---|---|
| CHF 500 | CHF 200 | CHF 140 |
| CHF 1’000 | CHF 700 | CHF 490 |
| CHF 1’500 | CHF 1’200 | CHF 840 |
| CHF 2’000 | CHF 1’700 | CHF 1’190 |
| CHF 2’500 | CHF 2’200 | CHF 1’540 |
In den BAG-Prämiendaten 2027 geben 974 von 1’019 Standardtarifen für Erwachsene (mit Unfalldeckung) bei Franchise CHF 2’500 praktisch den vollen Höchstrabatt von rund CHF 1’540 pro Jahr. Der tiefste Rabatt liegt bei CHF 1’303. Wer Ihnen mehr als CHF 1’540 Ersparnis pro Jahr allein durch die Franchise verspricht, rechnet falsch.
Faustregel für 2027
Gibt Ihre Kasse den vollen Rabatt, liegt der Break-even zwischen Franchise CHF 300 und CHF 2’500 bei rund CHF 2’010 Gesundheitskosten pro Jahr. Erwarten Sie weniger, ist CHF 2’500 günstiger. Erwarten Sie mehr, ist CHF 300 günstiger. Ist der Rabatt Ihrer Kasse kleiner, liegt die Schwelle etwas tiefer.
Schritt-für-Schritt-Berechnung
Ein konkretes Beispiel mit den genehmigten Prämien 2027: Helsana, Stadt Zürich (Prämienregion 1), Erwachsene ab 26, Standardmodell, mit Unfalldeckung.
Schritt 1: Prämien ermitteln
- Monatsprämie Franchise CHF 300: CHF 676.00
- Monatsprämie Franchise CHF 2’500: CHF 547.70
- Jahresprämie Franchise CHF 300: CHF 8’112.00
- Jahresprämie Franchise CHF 2’500: CHF 6’572.40
- Jährliche Prämienersparnis: CHF 1’539.60 (fast genau die gesetzliche Obergrenze)
Schritt 2: Maximale Eigenkosten berechnen
- Max. Eigenkosten bei Franchise CHF 300: CHF 300 + CHF 700 = CHF 1’000
- Max. Eigenkosten bei Franchise CHF 2’500: CHF 2’500 + CHF 700 = CHF 3’200
- Differenz der max. Eigenkosten: CHF 2’200
Schritt 3: Vergleichen
- Prämienersparnis bei CHF 2’500: CHF 1’539.60 pro Jahr
- Zusätzliches Kostenrisiko bei CHF 2’500: bis zu CHF 2’200 mehr Eigenkosten
- Differenz: CHF 2’200 − CHF 1’539.60 = CHF 660.40
Das bedeutet: Im schlimmsten Fall (sehr hohe Gesundheitskosten) zahlen Sie mit Franchise CHF 2’500 insgesamt CHF 660.40 mehr als mit Franchise CHF 300. Haben Sie kaum Gesundheitskosten, sparen Sie CHF 1’539.60 pro Jahr.
Schritt 4: Break-even berechnen
Bei Gesundheitskosten von CHF 0:
- Franchise 300: CHF 8’112.00
- Franchise 2’500: CHF 6’572.40
- Vorteil Franchise 2’500: CHF 1’539.60
Bei Gesundheitskosten von CHF 2’000:
- Franchise 300: CHF 8’112 + CHF 300 + 10 % × CHF 1’700 = CHF 8’582.00
- Franchise 2’500: CHF 6’572.40 + CHF 2’000 = CHF 8’572.40
- Vorteil Franchise 2’500: CHF 9.60 (fast gleich)
Bei Gesundheitskosten von CHF 2’500:
- Franchise 300: CHF 8’112 + CHF 300 + 10 % × CHF 2’200 = CHF 8’632.00
- Franchise 2’500: CHF 6’572.40 + CHF 2’500 = CHF 9’072.40
- Vorteil Franchise 300: CHF 440.40
Der Break-even liegt in diesem Beispiel bei rund CHF 2’010 Gesundheitskosten pro Jahr.
Vergleichstabelle: Alle 6 Franchise-Stufen
Die Tabelle zeigt die Gesamtkosten (Jahresprämie + Franchise + Selbstbehalt) bei verschiedenen Gesundheitskosten. Grundlage ist dasselbe Beispiel: Helsana, Stadt Zürich, Erwachsene, Standardmodell, mit Unfall, Prämien 2027 (CHF 676.00, 664.40, 635.20, 606.00, 576.90 und 547.70 pro Monat).
| Gesundheitskosten/Jahr | Fr. 300 | Fr. 500 | Fr. 1’000 | Fr. 1’500 | Fr. 2’000 | Fr. 2’500 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| CHF 0 | CHF 8’112 | CHF 7’973 | CHF 7’622 | CHF 7’272 | CHF 6’923 | CHF 6’572 |
| CHF 500 | CHF 8’432 | CHF 8’473 | CHF 8’122 | CHF 7’772 | CHF 7’423 | CHF 7’072 |
| CHF 1’000 | CHF 8’482 | CHF 8’523 | CHF 8’622 | CHF 8’272 | CHF 7’923 | CHF 7’572 |
| CHF 2’000 | CHF 8’582 | CHF 8’623 | CHF 8’722 | CHF 8’822 | CHF 8’923 | CHF 8’572 |
| CHF 3’000 | CHF 8’682 | CHF 8’723 | CHF 8’822 | CHF 8’922 | CHF 9’023 | CHF 9’122 |
| CHF 5’000 | CHF 8’882 | CHF 8’923 | CHF 9’022 | CHF 9’122 | CHF 9’223 | CHF 9’322 |
| CHF 10’000 | CHF 9’112 | CHF 9’173 | CHF 9’322 | CHF 9’472 | CHF 9’623 | CHF 9’772 |
| Max. Eigenkosten | CHF 1’000 | CHF 1’200 | CHF 1’700 | CHF 2’200 | CHF 2’700 | CHF 3’200 |
Fett markiert ist jeweils die günstigste Stufe. Beträge auf ganze Franken gerundet.
Hinweis
Die Zahlen gelten für eine Kasse in einer Prämienregion. Ihre Prämie hängt von Kasse, Prämienregion und Versicherungsmodell ab, die Methode bleibt dieselbe. Ihre eigenen Prämien 2027 für alle Kassen finden Sie im Prämienrechner, die Übersicht nach Kanton unter Krankenkassenprämien 2027. Mehr zur Funktionsweise von Franchise und Selbstbehalt lesen Sie in Franchise und Selbstbehalt erklärt.
Drei typische Szenarien
Szenario 1: Gesunde junge Person (wenig Arztbesuche)
Profil: 28 Jahre, keine Vorerkrankungen, geht 1 bis 2 Mal pro Jahr zum Arzt. Jährliche Gesundheitskosten: ca. CHF 300 bis 500.
Berechnung mit Franchise CHF 2’500:
- Jahresprämie: CHF 6’572.40
- Eigenkosten: CHF 300 bis 500 (unter der Franchise, also alles selbst bezahlt)
- Gesamtkosten: CHF 6’872.40 bis 7’072.40
Berechnung mit Franchise CHF 300:
- Jahresprämie: CHF 8’112.00
- Eigenkosten: CHF 300 (Franchise) + CHF 0 bis 20 (Selbstbehalt) = CHF 300 bis 320
- Gesamtkosten: CHF 8’412 bis 8’432
Ergebnis: Franchise CHF 2’500 spart rund CHF 1’360 bis 1’540 pro Jahr. Für diese Person ist die hohe Franchise klar die bessere Wahl.
Szenario 2: Person mit chronischer Erkrankung
Profil: 52 Jahre, Diabetes Typ 2, regelmässige Kontrollen und Medikamente. Jährliche Gesundheitskosten: ca. CHF 6’000 bis 8’000.
Berechnung mit Franchise CHF 300:
- Jahresprämie: CHF 8’112.00
- Eigenkosten: CHF 300 (Franchise) + CHF 570 bis 700 (Selbstbehalt) = CHF 870 bis 1’000
- Gesamtkosten: CHF 8’982 bis 9’112
Berechnung mit Franchise CHF 2’500:
- Jahresprämie: CHF 6’572.40
- Eigenkosten: CHF 2’500 (Franchise) + CHF 350 bis 550 (Selbstbehalt) = CHF 2’850 bis 3’050
- Gesamtkosten: CHF 9’422.40 bis 9’622.40
Ergebnis: Franchise CHF 300 spart rund CHF 440 bis 510 pro Jahr. Für Personen mit hohen, regelmässigen Kosten ist die tiefe Franchise günstiger.
Szenario 3: Familie mit zwei Kindern
Profil: 2 Erwachsene, 2 Kinder (8 und 12 Jahre). Die Erwachsenen sind gesund, die Kinder gehen regelmässig zum Arzt.
Erwachsene: Franchise CHF 2’500, solange die Kosten pro Person unter rund CHF 2’000 bleiben. Ersparnis pro Erwachsenem bis CHF 1’540 pro Jahr, für beide zusammen also bis rund CHF 3’080.
Kinder: Für Kinder gibt es keine ordentliche Franchise (CHF 0); wählbar sind CHF 100 bis 600. Der Rabatt ist ebenfalls auf 70 % des zusätzlichen Risikos begrenzt, bei Franchise CHF 600 also auf höchstens CHF 420 pro Jahr. Beispiel Helsana, Stadt Zürich 2027: Franchise CHF 0 kostet CHF 155.40 pro Monat, Franchise CHF 500 CHF 126.30. Rechnerisch lohnt sich die Kinderfranchise CHF 600 bei vollem Rabatt nur, wenn die Kosten pro Kind unter rund CHF 470 im Jahr bleiben. Bei Kindern mit regelmässigen Arztbesuchen ist Franchise CHF 0 deshalb meist die bessere Wahl.
Wichtig für Familien
Bei Kindern bis 18 Jahre beträgt der maximale Selbstbehalt CHF 350 (statt CHF 700 bei Erwachsenen). Sind mehrere Kinder einer Familie bei derselben Kasse versichert, gilt eine gemeinsame Obergrenze für ihre Kostenbeteiligung (KVV Art. 93 Abs. 3).
Entscheidungsmatrix: Welche Franchise für wen?
| Ihre Situation | Empfohlene Franchise | Begründung |
|---|---|---|
| Selten krank, keine Vorerkrankungen, Reserve vorhanden | CHF 2’500 | Maximale Prämienersparnis (bis CHF 1’540 pro Jahr) |
| Kosten schwer einschätzbar, wenig Reserve | CHF 1’500 oder CHF 2’000 | Begrenzt das Risiko, spart aber weniger (siehe unten) |
| Regelmässig beim Arzt, laufende Behandlung | CHF 300 | Planbare Kosten, Kasse zahlt früh mit |
| Chronische Erkrankung, hohe Medikamentenkosten | CHF 300 | Eigenkosten gedeckelt auf CHF 1’000 pro Jahr |
| Geplante Operation oder Schwangerschaft | CHF 300 | Hohe Kosten absehbar (Hinweis: Mutterschaftsleistungen ab der 13. Schwangerschaftswoche sind ohne Kostenbeteiligung) |
| Kinder (0 bis 18 Jahre) | CHF 0 | Häufige Arztbesuche, Break-even schon bei rund CHF 470 |
| Knappes Budget, aber gesund | CHF 2’500 (mit Notreserve) | Nur wenn CHF 3’200 Notreserve vorhanden |
Die mittleren Stufen: Risiko begrenzen, nicht sparen
Viele Versicherte wählen CHF 1’000 oder CHF 1’500 als Kompromiss. Rechnerisch ist das bei den meisten Kassen nie die günstigste Wahl: Gibt die Kasse auf jeder Stufe den vollen Rabatt von 70 %, ist bei tiefen Kosten immer CHF 2’500 und bei hohen Kosten immer CHF 300 günstiger. Das zeigt auch die Vergleichstabelle oben: In keiner Zeile ist eine mittlere Stufe am günstigsten.
Trotzdem können mittlere Stufen sinnvoll sein, wenn Ihnen die Liquidität wichtiger ist als die letzte Ersparnis.
Franchise CHF 1’000
Maximaler Rabatt CHF 490 pro Jahr (im Beispiel Helsana Zürich CHF 489.60), maximale Eigenkosten CHF 1’700. Das ist nur CHF 700 mehr Risiko als bei Franchise CHF 300.
Franchise CHF 1’500
Maximaler Rabatt CHF 840 pro Jahr (im Beispiel genau CHF 840), maximale Eigenkosten CHF 2’200. Für Personen, die sich die Franchise CHF 2’500 im Ernstfall nicht leisten könnten, ist das eine mögliche Zwischenlösung.
Der Spareffekt über mehrere Jahre
Die Franchise-Entscheidung wirkt sich nicht nur in einem Jahr aus. Ein Beispiel mit der Ersparnis aus dem Rechenbeispiel (Helsana Zürich 2027, gleichbleibende Prämien angenommen):
| Zeitraum | Ersparnis Franchise CHF 2’500 vs. CHF 300 (gesunde Person) | Zusatzrisiko bei einem teuren Jahr |
|---|---|---|
| 1 Jahr | CHF 1’540 | CHF 2’200 |
| 3 Jahre | CHF 4’620 | CHF 2’200 (einmalig) |
| 5 Jahre | CHF 7’700 | CHF 2’200 (einmalig) |
| 10 Jahre | CHF 15’400 | CHF 2’200 (einmalig) |
Eine gesunde Person, die 10 Jahre lang die Franchise CHF 2’500 wählt und in einem Jahr sehr hohe Kosten hat, spart netto immer noch rund CHF 13’200 gegenüber der Franchise CHF 300. Voraussetzung: Die Person hat in den übrigen Jahren kaum Gesundheitskosten, und die Prämien entwickeln sich ähnlich.
Wenn in mehreren Jahren hohe Kosten anfallen, kehrt sich der Effekt um. Die Franchise-Wahl ist immer auch eine Wette auf die eigene Gesundheit.
Praktische Tipps zur Umsetzung
Tipp 1: Gesundheitskosten der letzten 3 Jahre analysieren. Schauen Sie auf die Abrechnungen Ihrer Krankenkasse und berechnen Sie den Durchschnitt. Das ist der beste Indikator für zukünftige Kosten. Neu zugezogen und noch ohne Schweizer Kostenhistorie? Die Faustregel dafür steht auf der Seite Krankenkasse für Neuzuzüger: 3-Monats-Frist.
Tipp 2: Notreserve anlegen. Wenn Sie die Franchise CHF 2’500 wählen, legen Sie CHF 3’200 auf ein separates Sparkonto. Dieses Geld ist Ihre Reserve für den Ernstfall.
Tipp 3: Franchise und Versicherungsmodell kombinieren. Franchise und Versicherungsmodell wählen Sie unabhängig voneinander. Sie können zum Beispiel Franchise CHF 2’500 mit einem Praxis- oder Telmed-Modell kombinieren, für die tiefste Prämie. Mehr dazu im Ratgeber zu den Versicherungsmodellen und im Komplett-Guide zur Grundversicherung.
Tipp 4: Jährlich überprüfen. Ihre Lebenssituation kann sich ändern (Schwangerschaft, neue Diagnose, Alter). Prüfen Sie jedes Jahr im Herbst, ob Ihre Franchise noch passt. Bei einer Schwangerschaft hilft der Ratgeber Mutterschaftsversicherung: Was zahlt die Grundversicherung? bei der Franchise-Wahl.
Tipp 5: Neue Prämien prüfen. Die Prämien 2027 hat das BAG am 29. September 2026 veröffentlicht; Ihre Kasse muss Ihnen die neue Prämie bis Ende Oktober mitteilen. Was sich geändert hat, zeigt Krankenkassenprämien 2027. Welche Kassen am wenigsten kosten, zeigt unser Ranking günstigste Krankenkasse in Ihrem Kanton.
Steuern
Krankenkassenprämien können in der Steuererklärung im Rahmen des Abzugs für Versicherungsprämien geltend gemacht werden. Dieser Abzug ist begrenzt und ändert die Franchise-Entscheidung in der Regel nicht.
Wann Sie Ihre Franchise ändern sollten
Es gibt klare Situationen, in denen ein Franchise-Wechsel sinnvoll ist:
Von hoch auf tief wechseln (z. B. CHF 2’500 auf CHF 300):
- Wenn eine grössere Behandlung oder Operation geplant ist
- Bei einer neuen chronischen Diagnose
- Wenn Ihre Gesundheitskosten in den letzten 2 Jahren gestiegen sind
- Wenn Sie die Franchise CHF 2’500 nicht mehr als Notreserve aufbringen können
Von tief auf hoch wechseln (z. B. CHF 300 auf CHF 2’500):
- Wenn Sie über mehrere Jahre kaum Gesundheitskosten hatten
- Wenn eine bisherige Behandlung abgeschlossen ist
- Wenn Sie finanzielle Reserven von mindestens CHF 3’200 haben
Eine neue Franchise gilt immer ab 1. Januar. Die Fristen für 2027:
| Was Sie ändern | Muss bei der Kasse eingehen | Gilt ab | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|---|
| Franchise senken | 30. November 2026 | 1. Januar 2027 | KVV Art. 94 Abs. 2 |
| Franchise erhöhen | 31. Dezember 2026 (BAG empfiehlt: bis Mitte Dezember) | 1. Januar 2027 | KVV Art. 94 Abs. 1 |
| Krankenkasse wechseln (jede Franchise, jedes Modell) | 30. November 2026 | 1. Januar 2027 | KVG Art. 7 Abs. 2 |
| Krankenkasse wechseln Mitte Jahr (nur mit Franchise CHF 300, Kinder CHF 0, im Standardmodell) | 31. März 2027 | 1. Juli 2027 | KVG Art. 7 Abs. 1 |
Massgebend ist der Eingang bei der Kasse, nicht der Poststempel. Sie können die Franchise bei Ihrer bisherigen Kasse ändern, ohne die Kasse zu wechseln. Die Details erklärt der Ratgeber Franchise ändern: Fristen und Anleitung.
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Häufig gestellte Fragen
Ab welchen Gesundheitskosten lohnt sich Franchise 300?
Gibt Ihre Kasse den gesetzlich höchsten Rabatt (bei Franchise CHF 2’500 rund CHF 1’540 pro Jahr), liegt der Break-even bei rund CHF 2’010 Gesundheitskosten pro Jahr. Darüber ist Franchise CHF 300 günstiger, darunter Franchise CHF 2’500. Ist der Rabatt kleiner, liegt die Schwelle etwas tiefer.
Wie viel spare ich mit Franchise 2500?
Höchstens CHF 1’540 pro Jahr gegenüber Franchise CHF 300, das sind rund CHF 128 pro Monat. Mehr erlaubt das Gesetz nicht (KVV Art. 95 Abs. 2bis). Die meisten Standardtarife 2027 geben genau diesen Höchstrabatt.
Sind die mittleren Franchise-Stufen sinnvoll?
Als Sparmassnahme selten: Gibt die Kasse auf jeder Stufe den vollen Rabatt, ist rechnerisch entweder CHF 300 oder CHF 2’500 günstiger. Mittlere Stufen wie CHF 1’000 oder CHF 1’500 begrenzen aber das Risiko, wenn Sie keine Reserve von CHF 3’200 haben.
Was passiert bei einem Unfall mit Franchise 2500?
Läuft der Unfall über die Krankenkasse, zahlen Sie bis CHF 2’500 Franchise plus maximal CHF 700 Selbstbehalt, also höchstens CHF 3’200. Danach übernimmt die Kasse 100 %. Sind Sie über den Arbeitgeber gegen Unfall versichert (UVG), läuft der Unfall über diese Versicherung und nicht über die Krankenkasse.
Welche Franchise für Kinder?
Meist Franchise CHF 0. Der Rabatt für eine höhere Kinderfranchise beträgt höchstens 70 % des zusätzlichen Risikos, bei Franchise CHF 600 also höchstens CHF 420 pro Jahr. Das lohnt sich nur, wenn die Kosten pro Kind unter rund CHF 470 im Jahr bleiben.
Bis wann muss ich die Franchise ändern?
Eine tiefere Franchise muss bis 30. November bei der Kasse eingehen, eine höhere bis 31. Dezember (das BAG empfiehlt Mitte Dezember). Beide gelten ab 1. Januar. Sie können die Franchise bei Ihrer Kasse ändern oder zusammen mit einem Kassenwechsel (Frist 30. November).
Soll ich bei geplanter Schwangerschaft auf Franchise 300 wechseln?
Bedingt. Leistungen ab der 13. Schwangerschaftswoche bis acht Wochen nach der Geburt sind von Franchise und Selbstbehalt befreit (KVG Art. 64 Abs. 7). Vor der 13. Woche und für Behandlungen, die nicht mit der Schwangerschaft zusammenhängen, fällt die normale Kostenbeteiligung an. Rechnen Sie mit Ihren erwarteten Kosten und der Break-even-Schwelle von rund CHF 2’010.
Brauche ich wirklich eine Notreserve bei hoher Franchise?
Dringend empfohlen. Wenn Sie die Franchise CHF 2’500 wählen und unerwartet ins Spital müssen, werden bis zu CHF 3’200 Eigenkosten fällig. Wer diesen Betrag nicht kurzfristig aufbringen kann, sollte eine tiefere Franchise wählen.