Freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse schliessen Vorsorgelücken und senken die Steuerlast sofort – bei Grenzsteuersatz 33 % sparen Sie pro CHF 50’000 Einkauf rund CHF 16’500 Steuern. Entscheidend: Die 3-Jahres-Sperrfrist – nach einem Einkauf dürfen Sie drei Jahre lang KEIN BVG-Kapital beziehen, sonst wird der Abzug nachbesteuert. Einkäufe lohnen sich ab 10 Jahren vor Pensionierung, gestaffelt über mehrere Jahre, und kombiniert mit späterem Kapitalbezug zum Vorzugstarif.
CHF 16’500
Steuerersparnis Beispiel
Einkauf CHF 50’000 bei einem angenommenen Grenzsteuersatz von 33 % (Rechenbeispiel unten).
3 Jahre
Sperrfrist Kapitalbezug
Art. 79b Abs. 3 BVG. Steuerlich zählt jeder Kapitalbezug in dieser Frist, nicht nur die Einkaufssumme (BGer 2C_658/2009 vom 12. März 2010).
20 %
Einkauf Zuzug Ausland
Wer noch nie in einer Schweizer Pensionskasse war: in den ersten 5 Jahren max. 20 % des versicherten Lohns pro Jahr (Art. 60b BVV 2).
Was ist ein BVG-Einkauf und wann entsteht Einkaufspotenzial
Ein freiwilliger Einkauf in die Pensionskasse ist eine einmalige Zahlung, mit der Sie Beitragslücken in der 2. Säule schliessen und Ihr Altersguthaben erhöhen. Das Einkaufspotenzial errechnet sich aus der Differenz zwischen Ihrem tatsächlichen Altersguthaben und dem maximal möglichen Guthaben gemäss Vorsorgereglement – also dem Betrag, den Sie hätten, wenn Sie seit Alter 25 ununterbrochen zum heutigen Lohn versichert gewesen wären.
Vorsorgelücken entstehen durch Studium (keine BVG-Versicherung vor dem ersten Arbeitsjahr), Erwerbspausen (Auslandsaufenthalt, Elternzeit), Teilzeitarbeit mit vollem Koordinationsabzug, Lohnerhöhungen im Lauf der Karriere oder Scheidung (Vorsorgeausgleich). Auch Wechsel zwischen Pensionskassen mit unterschiedlichen Sparplänen oder frühere Selbstständigkeit (ohne BVG-Anschluss) schaffen Einkaufspotenzial.
Ihren maximal möglichen Einkaufsbetrag finden Sie meist auf dem Vorsorgeausweis. Achtung: Der dort aufgeführte Betrag ist oft ein Richtwert – für die genaue Berechnung müssen Freizügigkeitsguthaben, Säule-3a-Vermögen aus früherer Selbstständigkeit und allfällige WEF-Vorbezüge abgezogen werden (Art. 60a BVV 2, Art. 79b Abs. 3 BVG). Fordern Sie deshalb bei Ihrer Pensionskasse eine detaillierte Einkaufsberechnung an, bevor Sie einzahlen.
💡 Faustregel Einkaufspotenzial
Je höher Ihr heutiger Lohn im Vergleich zum Durchschnitt Ihrer Erwerbsjahre, desto grösser das Einkaufspotenzial. Bei einem Lohnsprung von CHF 80’000 (Alter 30) auf CHF 120’000 (Alter 50) entsteht oft ein grosses Einkaufspotenzial. Wie gross, rechnet Ihnen nur Ihre Pensionskasse genau aus.
So gross ist die Steuerersparnis bei BVG-Einkäufen 2026
Die Steuerersparnis eines Einkaufs entspricht Ihrem Grenzsteuersatz multipliziert mit der Einkaufssumme. Der Grenzsteuersatz gibt an, wie viel Steuern Sie auf den letzten verdienten Franken zahlen – und ist progressiv: Je höher Ihr Einkommen, desto höher der Satz. Bei grossen Einkäufen sinkt der Satz mit jedem abgezogenen Franken, die Rechnung ist also eine Vereinfachung. Laut ESTV-Steuerrechner (Steuerjahr 2026) spart ein Ehepaar ohne Kinder mit CHF 200’000 Bruttolohn mit den ersten CHF 7’258 Abzug in der Stadt Zürich rund 32 % (CHF 2’358), in Genf rund 38 % (CHF 2’767) und in Zug rund 22 % (CHF 1’567), jeweils Bund, Kanton und Gemeinde ohne Kirchensteuer.
Rechenbeispiel Steuerersparnis
Ausgangslage: Ehepaar, wohnhaft Zürich Stadt, hohes Einkommen. Wir rechnen vereinfacht mit einem Grenzsteuersatz von 33 % auf dem ganzen Einkaufsbetrag (Annahme). Bei CHF 200’000 Bruttolohn spart ein Ehepaar dort laut ESTV-Steuerrechner auf den ersten CHF 7’258 Abzug rund 32 %; auf einem Einkauf von CHF 50’000 liegt der Durchschnitt tiefer.
Einkauf: CHF 50’000 in die Pensionskasse.
Steuerersparnis Jahr 1: CHF 50’000 × 33 % = CHF 16’500 (Einkommenssteuer Bund + Kanton + Gemeinde).
Netto-Investition: CHF 50’000 – CHF 16’500 = CHF 33’500.
Verzinsung 10 Jahre (Annahme 2,5 % p.a.): CHF 50’000 wachsen auf ca. CHF 64’000.
Kapitalbezug nach 10 Jahren: CHF 64’000. Kapitalleistungen werden getrennt vom übrigen Einkommen zu einem reduzierten Tarif besteuert (Art. 38 DBG). Beziehen Sie zusätzlich Ihr übriges Guthaben von beispielsweise CHF 436’000 als Kapital, steigt die Steuer auf der Kapitalleistung durch die CHF 64’000 laut ESTV-Steuerrechner um rund CHF 4’400 (Ehepaar, Stadt Zürich, Tarif 2026, ohne Kirchensteuer). Das sind knapp 7 %.
Netto-Auszahlung: CHF 64’000 – CHF 4’400 = CHF 59’600.
Rendite: Aus CHF 33’500 Netto-Investition werden CHF 59’600 – das entspricht rund 5,9 % jährlicher Rendite über 10 Jahre, steuerfrei aufgezinst und privilegiert ausgezahlt (Quelle: eigene Beispielrechnung mit dem ESTV-Steuerrechner, Stand September 2026; Zins, Grenzsteuersatz und heutiger Kapitaltarif sind Annahmen).
| Grenzsteuersatz | Einkauf CHF 50’000 | Steuerersparnis | Netto-Investition | Rendite 10 J. (2,5 % Zins) |
|---|---|---|---|---|
| 25 % | CHF 50’000 | CHF 12’500 | CHF 37’500 | ca. 4,7 % p.a. |
| 33 % | CHF 50’000 | CHF 16’500 | CHF 33’500 | ca. 5,9 % p.a. |
| 40 % | CHF 50’000 | CHF 20’000 | CHF 30’000 | ca. 7,1 % p.a. |
Gleiche Annahmen wie im Rechenbeispiel: Netto-Auszahlung CHF 59’600 nach 10 Jahren. Die Grenzsteuersätze sind Annahmen und keinem Kanton zugeordnet. Ihr Satz hängt von Wohnort, Einkommen und Zivilstand ab.
Die Rendite entsteht primär durch die Steuer-Arbitrage: Sie sparen Einkommenssteuer beim Abzug (hoher Grenzsteuersatz), zahlen aber nur Kapitalsteuer beim Bezug (tieferer Vorsorgetarif). Je höher Ihr Grenzsteuersatz und je länger die Verzinsungsdauer in der Pensionskasse, desto attraktiver der Einkauf.
⚠️ Achtung Pensionskassen-Deckungsgrad
Einkäufe sind nur attraktiv, wenn Ihre Pensionskasse einen Deckungsgrad über 105 % aufweist und solide verzinst (Durchschnitt letzte 5 Jahre mind. 1,5–2 %). Bei Unterdeckung oder tiefer Verzinsung zahlen Sie für die Sanierung mit – prüfen Sie den Jahresbericht Ihrer Kasse vor dem Einkauf.
Die 3-Jahres-Sperrfrist: Das müssen Sie wissen
Nach einem Einkauf dürfen Sie während drei Jahren kein Kapital aus der beruflichen Vorsorge beziehen – weder bei Pensionierung, noch als WEF-Vorbezug (Wohneigentumsförderung), noch bei vorzeitiger Pensionierung. Das gilt auch für Austrittsleistungen, die Sie bei Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit oder Wegzug ins Ausland bar beziehen. Art. 79b Abs. 3 BVG verbietet Kapitalbezüge aus Einkäufen während drei Jahren, um Steuerarbitrage-Missbrauch zu verhindern. Wird die Sperrfrist verletzt, korrigiert die Steuerbehörde die Veranlagung nachträglich – der Einkauf wird aufgerechnet und nachbesteuert.
Wichtig: Steuerlich gilt die Sperrfrist für Ihr gesamtes BVG-Guthaben, nicht nur für die Einkaufssumme. Das Bundesgericht hat 2010 entschieden, dass jeder Kapitalbezug innert drei Jahren nach einem Einkauf den Abzug kostet, weil die Leistungen aus dem ganzen Vorsorgeguthaben finanziert werden (BGer 2C_658/2009 vom 12. März 2010). Steuerlich bildet das Guthaben damit ein unteilbares Ganzes. Selbst wenn Sie bei zwei verschiedenen Pensionskassen versichert sind (z.B. Basis- und Kader-PK), greift die Sperrfrist übergreifend (BGer 2C_488/2014 vom 15. Januar 2015): Ein Kapitalbezug aus der Kader-PK kostet auch den Abzug für einen Einkauf in die Basis-PK. Dasselbe gilt für ein Freizügigkeitskonto aus einer früheren Stelle (BGer 2C_6/2021).
Sperrfrist-Rechnung (taggenau)
Die Frist läuft ab dem Tag der Gutschrift auf Ihrem BVG-Konto bis exakt drei Jahre später. Beispiel: Einkauf am 15. Dezember 2023 → Frühester Kapitalbezug ohne Nachbesteuerung am 15. Dezember 2026. So rechnet zum Beispiel auch die Steuerverwaltung Schwyz in ihrem Merkblatt zu den Sperrfristen.
Ausnahmen von der Sperrfrist:
- Rentenbezug: Wenn Sie sich bei Pensionierung für eine Rente entscheiden (statt Kapitalbezug), greift die Sperrfrist nicht.
- Scheidungs-Wiedereinkauf: Einkäufe zur Schliessung einer Vorsorgelücke nach Scheidung (Art. 79b Abs. 4 BVG) sind von der Sperrfrist ausgenommen – jedoch prüfen Steuerbehörden auch hier Steuerumgehung (BGE 142 II 399).
- Einkauf für AHV-Überbrückungsrente: Finanzieren Sie mit dem Einkauf eine Überbrückungsrente oder den Ausgleich von Kürzungen bei Frühpensionierung (Art. 1b BVV 2) und beziehen die Leistung als Rente, liegt kein Kapitalbezug vor. Ob Ihr Reglement solche Einkäufe zulässt, steht dort.
💡 Tipp für gestaffelten Kapitalbezug
Planen Sie ab Alter 55 jährliche Einkäufe von je CHF 10’000–20’000. Bei Teilpensionierung mit 62/64/65 können Sie drei Kapitalbezüge staffeln (höchstens drei Schritte, Art. 13a BVG) – der erste Bezug mit 62 verletzt die Sperrfrist nur für Einkäufe der letzten 3 Jahre, nicht für ältere. Stoppen Sie die Einkäufe deshalb drei Jahre vor dem ersten Kapitalbezug.
Wann lohnt sich ein BVG-Einkauf? Die 5 Entscheidungskriterien
1. Zeithorizont bis Pensionierung
Einkäufe lohnen sich typischerweise ab 10 Jahren vor Pensionierung. Grund: Die Rendite entsteht primär durch die sofortige Steuerersparnis, weniger durch die BVG-Verzinsung (2026: BVG-Mindestzinssatz 1,25 % auf dem obligatorischen Guthaben; den Zins auf dem überobligatorischen Teil legt die Kasse selbst fest). Je kürzer die Bindungsdauer, desto höher die durchschnittliche Jahresrendite. Bei nur 5 Jahren Bindung ist die Jahresrendite deshalb deutlich höher als bei 20 Jahren (weil die einmalige Steuerersparnis auf viele Jahre verteilt wird).
Faustregel: Einkäufe ab Alter 50–55 staffeln, Kapitalbezug mit 63–65 planen. Zu frühe Einkäufe (Alter 35–40) bringen zwar hohe Zinseszins-Effekte, aber die Rendite ist bescheiden, weil das Kapital 25–30 Jahre gebunden bleibt.
2. Höhe des Grenzsteuersatzes
Je höher Ihr Grenzsteuersatz, desto attraktiver der Einkauf. Ab Grenzsteuersatz 30 % ist die Rendite meist besser als alternative Anlagen (z.B. ein 3a-Bankkonto). Bei Grenzsteuersatz unter 25 % (tiefes Einkommen, Zug als Wohnort) ist die Säule 3a oft die bessere Wahl – Einkauf bringt zwar ähnliche Steuerersparnis, aber weniger Flexibilität.
Optimum: Einkäufe in Jahren mit ausserordentlich hohem Einkommen (Bonus, Abfindung) – dort ist der Grenzsteuersatz am höchsten. Erbschaften und private Kapitalgewinne zählen nicht dazu: Sie sind von der Einkommenssteuer befreit (Art. 16 Abs. 3 und Art. 24 Bst. a DBG). Gestaffelte Einkäufe über mehrere Jahre brechen die Progression.
3. Deckungsgrad und Verzinsung Ihrer Pensionskasse
Prüfen Sie den Jahresbericht Ihrer Pensionskasse (meist online verfügbar). Deckungsgrad über 110 % ist sehr gut, 100–105 % solide, unter 100 % kritisch. Durchschnittliche Verzinsung der letzten 5 Jahre sollte mind. 1,5–2 % betragen. Bei Unterdeckung drohen Sanierungsbeiträge – Ihr Einkauf finanziert dann die Rentner, statt Ihr eigenes Kapital aufzubauen.
1e-Pläne: Für Lohnbestandteile über CHF 136’080 (Stand 2026, das Anderthalbfache des oberen Grenzbetrags von CHF 90’720) können Sie in 1e-Kaderplänen selbst unter höchstens zehn Anlagestrategien wählen, sofern Ihr Arbeitgeber einen solchen Plan anbietet (Art. 1e BVV 2). Die Rendite kann dort höher sein, Sie tragen aber auch das Anlagerisiko.
4. Kapitalbezug vs. Rente geplant
Einkäufe lohnen sich vor allem, wenn Sie bei Pensionierung Kapital beziehen – dann zahlen Sie nur die privilegierte Kapitalauszahlungssteuer (Vorsorgetarif: getrennt vom übrigen Einkommen besteuert, beim Bund zu einem Fünftel des ordentlichen Tarifs, Art. 38 DBG). Wie hoch sie ist, hängt von Kanton, Zivilstand und Betrag ab: Ein Ehepaar in der Stadt Zürich zahlt auf CHF 500’000 laut ESTV-Steuerrechner rund CHF 31’600, also gut 6 % (Tarif 2026, ohne Kirchensteuer). Bei Rentenbezug wird die Rente zu 100 % als Einkommen besteuert – die Steuerersparnis beim Einkauf wird teilweise wieder aufgezehrt.
Rechenbeispiel Rente: Einkauf CHF 50’000, Steuerersparnis CHF 16’500. Bei einem Umwandlungssatz von 6,8 % (BVG-Mindestsatz für den obligatorischen Teil, Art. 14 Abs. 2 BVG) ergibt das CHF 3’400 zusätzliche Jahresrente. Diese Rente ist voll steuerpflichtig – bei 25 % Grenzsteuersatz zahlen Sie CHF 850 Steuern pro Jahr. Nach 20 Jahren Rentenbezug (typische Lebenserwartung) zahlen Sie insgesamt CHF 17’000 Steuern – die Ersparnis von CHF 16’500 ist aufgebraucht.
Fazit: Einkäufe + Kapitalbezug = attraktiv. Einkäufe + Rentenbezug = neutral bis wenig attraktiv.
5. Liquidität und alternative Anlagen
Ein Einkauf bindet Ihr Kapital bis zur Pensionierung – Sie haben keinen Zugriff darauf (ausser für Wohneigentum, bei endgültiger Auswanderung, bei Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit oder wenn die Austrittsleistung kleiner ist als Ihr Jahresbeitrag; wer in einen EU/EFTA-Staat zieht und dort obligatorisch versichert ist, kann den obligatorischen Teil nicht bar beziehen, Art. 5 und 25f FZG). Vergleichen Sie die Rendite mit Alternativen:
- Säule 3a: Maximalbeitrag 2026 CHF 7’258, gleicher Steuerabzug, aber freie Wahl der Anlage (Konto oder Wertschriften), Bezug frühestens 5 Jahre vor dem AHV-Referenzalter (Art. 3 BVV 3). Seit 2026 können Sie verpasste Beiträge ab 2025 zudem nachzahlen.
- Freies Vermögen: Keine Steuerersparnis, aber höhere Rendite möglich (z.B. mit Aktien-ETF, bei höherem Risiko) und volle Flexibilität.
Strategie: Erst Säule 3a bis Maximum ausschöpfen (CHF 7’258), dann BVG-Einkäufe staffeln. Nie das gesamte liquide Vermögen in die Pensionskasse schieben – behalten Sie Reserve für Notfälle. Wie Sie die Säule 3a selbst gut aufstellen, zeigt unser Leitfaden zur Säule-3a-Optimierung.
3a-Steuerrechner
Zum Vergleich: Was spart die Säule 3a?
Ein 3a-Beitrag senkt Ihr steuerbares Einkommen wie ein Einkauf in die Pensionskasse, ist aber auf CHF 7’258 pro Jahr begrenzt und kennt keine dreijährige Sperrfrist. Wählen Sie Kanton, Lohn und Zivilstand.
Steuerersparnis pro Jahr
Quelle: ESTV-Steuerrechner, Steuerjahr 2026, Hauptort des Kantons, Bund, Kanton und Gemeinde ohne Kirchensteuer, ohne Kinder: Steuerdifferenz bei einem um den 3a-Beitrag tieferen steuerbaren Einkommen. Ihr genauer Wert hängt von Gemeinde, Konfession und weiteren Abzügen ab.
Sonderfall Zuzug aus dem Ausland: Die 20-%-Regel
Für Personen, die aus dem Ausland in die Schweiz ziehen und noch nie einer schweizerischen Vorsorgeeinrichtung angehört haben, gilt eine Einkaufsbeschränkung (Art. 60b BVV 2): In den ersten fünf Jahren nach dem Eintritt in eine Schweizer Pensionskasse dürfen Sie pro Jahr maximal 20 % des reglementarisch versicherten Lohns einkaufen.
Beispiel: Sie ziehen 2026 mit Jahressalär CHF 100’000 in die Schweiz. Versichert Ihre Kasse den ganzen Lohn abzüglich des Koordinationsabzugs von CHF 26’460, beträgt der versicherte Lohn CHF 73’540. Maximaler Einkauf pro Jahr in den ersten 5 Jahren: CHF 73’540 × 20 % = CHF 14’708. Versichert die Kasse nur das BVG-Minimum (Lohn bis CHF 90’720), sind es CHF 64’260 × 20 % = CHF 12’852.
Nach 5 Jahren (2031) entfällt die Limite – dann können Sie die volle reglementarische Einkaufssumme auf einmal einzahlen (je nach Alter, Lohn und Reglement).
Ausnahmen von der 20-%-Regel:
- Transfer aus ausländischer Pensionskasse: Wenn Sie Vorsorgeguthaben direkt von einer ausländischen Vorsorgeeinrichtung auf Ihre Schweizer PK übertragen und Ihre Kasse das zulässt, gilt die 20-%-Limite NICHT – Sie können den vollen Betrag sofort einbringen (Art. 60b Abs. 2 BVV 2). Achtung: Der Transfer ist steuerneutral – Sie können ihn NICHT zusätzlich vom Einkommen abziehen.
- Rückkehr nach Auslandaufenthalt: Wenn Sie früher schon in einer Schweizer Pensionskasse versichert waren (z.B. vor 10 Jahren, dann 8 Jahre im Ausland gearbeitet, jetzt zurück), gilt die 5-Jahres-Limite NICHT. Sie können sofort voll einkaufen.
⚠️ Doppelbesteuerung Ausland
Wenn Sie nach dem Einkauf wieder ins Ausland ziehen und dort die BVG-Rente beziehen, kann Doppelbesteuerung drohen (Schweiz + Wohnsitzstaat). Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) regeln, wer besteuert – meist der Wohnsitzstaat. Bei Kapitalbezug erhebt die Schweiz eine Quellensteuer (Art. 96 DBG); ob Sie diese zurückfordern oder im Ausland anrechnen lassen können, regelt das jeweilige DBA.
Schnell-Check
Lohnt sich ein Einkauf für Sie?
Was trifft am ehesten auf Sie zu?
Jeder Kapitalbezug innert drei Jahren nach einem Einkauf kostet den Steuerabzug, auch ein WEF-Vorbezug oder ein Bezug aus einer anderen Kasse. Nur wer die Leistung als Rente bezieht, ist nicht betroffen.
Ein 3a-Beitrag bis CHF 7’258 senkt das steuerbare Einkommen genauso, bleibt flexibler und kennt keine dreijährige Sperrfrist. Danach lohnt sich der Einkauf.
Freiwillige Einkäufe sind erst möglich, wenn der Vorbezug zurückbezahlt ist. Die Rückzahlung ist nicht abziehbar, dafür erhalten Sie die damals bezahlte Steuer auf Antrag zurück.
Wer noch nie in einer Schweizer Pensionskasse war, darf in den ersten fünf Jahren pro Jahr höchstens 20 % des versicherten Lohns einkaufen. Danach ist der volle Einkauf möglich.
Mit hohem Grenzsteuersatz und geplantem Kapitalbezug lohnt sich der Einkauf am meisten. Verteilen Sie grössere Beträge auf mehrere Jahre und prüfen Sie vorher den Deckungsgrad Ihrer Kasse.
Schritt-für-Schritt: So tätigen Sie einen BVG-Einkauf 2026
1. Vorsorgeausweis prüfen und Einkaufspotenzial berechnen lassen
Fordern Sie bei Ihrer Pensionskasse eine detaillierte Einkaufsberechnung an (Formular “Einkauf für fehlende Beitragsjahre” oder ähnlich). Die Kasse rechnet vor: maximal mögliches Guthaben minus tatsächliches Guthaben minus Freizügigkeitsguthaben minus Säule-3a-Vermögen (falls aus Selbstständigkeit) = Einkaufspotenzial.
Hinweis WEF-Vorbezug: Falls Sie früher einen Vorbezug für Wohneigentum getätigt haben, müssen Sie diesen zuerst vollständig zurückzahlen, bevor Einkäufe möglich sind (Art. 79b Abs. 3 BVG). Die Rückzahlung selbst ist NICHT abzugsfähig – nur der neue Einkauf danach. Dafür können Sie verlangen, dass Ihnen die beim Vorbezug bezahlte Steuer zurückerstattet wird; dieses Recht erlischt drei Jahre nach der Rückzahlung (Art. 83a BVG). Ist eine Rückzahlung nicht mehr zulässig, etwa ab Entstehung des Anspruchs auf Altersleistungen, darf das Reglement Einkäufe trotzdem erlauben (Art. 60d BVV 2).
2. Steuerstrategie planen (Staffelung über mehrere Jahre)
Grössere Einkaufssummen sollten Sie über 3–5 Jahre staffeln, um die Steuerprogression zu brechen. Beispiel: Ziehen Sie CHF 100’000 auf einmal ab, reicht der Abzug weit in tiefere Progressionsstufen, und der durchschnittliche Satz auf dem Abzug sinkt. Verteilen Sie denselben Betrag auf 5 × CHF 20’000, wird jede Tranche zu einem höheren Satz abgezogen. Je nach Einkommen steigt die Gesamtersparnis so um mehrere Tausend Franken.
Optimaler Zeitpunkt: Ein Einkauf ist im Jahr der Einzahlung abziehbar. Damit der Abzug in die Steuererklärung 2026 fällt, muss das Geld noch 2026 bei der Pensionskasse eingehen. Viele Pensionskassen setzen dafür eine eigene Frist im Dezember – fragen Sie nach.
3. Einzahlung per Überweisung oder ESR
Die Einzahlung erfolgt per Banküberweisung auf das BVG-Konto Ihrer Pensionskasse. Vermerken Sie AHV-Nummer und “Einkauf für fehlende Beitragsjahre” – sonst kann die Kasse die Zahlung nicht zuordnen.
4. Steuerbescheinigung für Steuererklärung 2026 einreichen
Die Pensionskasse stellt Ihnen eine Steuerbescheinigung aus (meist Ende Januar 2027). Diese legen Sie der Steuererklärung 2026 bei (Rubrik “Einkäufe in die berufliche Vorsorge”). Sie tragen den Betrag dort als Abzug ein; er senkt Ihr steuerbares Einkommen bei Bund, Kanton und Gemeinde (Art. 33 Abs. 1 Bst. d DBG).
Aufbewahrungspflicht: Bewahren Sie die Steuerbescheinigung 10 Jahre auf – die Steuerbehörde kann sie auch später noch anfordern (z.B. bei Kapitalbezug 2029, um zu prüfen, ob die Sperrfrist eingehalten wurde).
5. Sperrfrist im Kalender notieren
Notieren Sie den Tag der Einzahlung + 3 Jahre = frühester Kapitalbezug ohne Nachbesteuerung. Planen Sie Ihre Pensionierung entsprechend – viele vergessen die Sperrfrist und müssen dann notfallmässig die Pensionierung verschieben oder auf Rentenbezug wechseln.
Einkauf in die Pensionskasse planen?
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Häufig gestellte Fragen
Kann ich gleichzeitig Säule 3a und BVG-Einkauf steuerlich abziehen?
Ja, absolut. Säule 3a (max. CHF 7’258 für Angestellte mit BVG, 2026) und BVG-Einkäufe sind kumulierbar. Erst die Säule 3a bis Maximum ausschöpfen, dann zusätzlich BVG-Einkäufe tätigen – beides wird vom steuerbaren Einkommen abgezogen (Art. 33 Abs. 1 Bst. d und e DBG). Ein früherer WEF-Vorbezug aus der Säule 3a blockiert Einkäufe in die Pensionskasse NICHT; die Rückzahlungspflicht vor einem Einkauf gilt nur für Vorbezüge aus der Pensionskasse. Beachten Sie aber: Ein 3a-Guthaben, das über die seit dem 24. Altersjahr maximal möglichen Beiträge samt Zins hinausgeht (typisch nach früherer Selbstständigkeit), verkleinert das Einkaufspotenzial (Art. 60a Abs. 2 BVV 2). Mehr zur Säule 3a lesen Sie in Säule 3a: Versicherung oder Bank? und Säule 3a auszahlen und Steuern.
Was passiert bei Kapitalbezug innerhalb der 3-Jahres-Sperrfrist?
Die Steuerbehörde rechnet den Einkauf nachträglich auf – die Steuerveranlagung des Einkaufsjahrs wird korrigiert, der Abzug gestrichen, und Sie zahlen die eingesparten Steuern zurück. Der Kapitalbezug selbst wird um den Einkaufsbetrag reduziert besteuert (Sonderveranlagung). Ausnahme: Der Kanton Zürich verzichtet aus veranlagungsökonomischen Gründen bei Einkäufen bis CHF 12’000 pro Jahr auf die Aufrechnung. Das ist kein Freibetrag: Liegt der Einkauf darüber, wird der ganze Betrag aufgerechnet (Zürcher Steuerbuch Nr. 31.3). Andere Kantone, etwa Schwyz, kennen keine solche Grenze.
Lohnt sich ein Einkauf auch bei Rentenbezug (ohne Kapitaloption)?
Nur bedingt. Die sofortige Steuerersparnis beim Einkauf (z.B. CHF 16’500 bei CHF 50’000 Einkauf, Grenzsteuersatz 33 %) wird durch die spätere Besteuerung der höheren Rente über die Jahre teilweise aufgehoben. Bei 20 Jahren Rentenbezug zahlen Sie die Ersparnis oft zurück. Die Rendite liegt dann deutlich tiefer als beim Kapitalbezug, je nach Umwandlungssatz und Lebenserwartung. Nur attraktiv, wenn Ihr Grenzsteuersatz bei Pensionierung deutlich tiefer ist als heute (z.B. heute 38 %, später 22 %).
Kann ich nach Scheidung (Vorsorgeausgleich) sofort wieder einkaufen?
Ja, die durch Scheidung entstandene Vorsorgelücke dürfen Sie ohne Sperrfrist wieder einkaufen (Art. 79b Abs. 4 BVG). Sie können danach sogar sofort Kapital beziehen – die 3-Jahres-Sperrfrist gilt für Scheidungs-Wiedereinkäufe NICHT. Aber: Die Ausnahme gilt nur für den Wiedereinkauf im Rahmen der übertragenen Austrittsleistung (Art. 22d FZG). Für weitere “normale” Einkäufe gilt die Sperrfrist. Achtung: Steuerbehörden prüfen Steuerumgehung, wenn Kapitalbezug zu schnell nach Scheidung erfolgt (BGE 142 II 399).
Zählt die 3-Jahres-Sperrfrist auch bei verschiedenen Pensionskassen?
Ja, konsolidierte Betrachtung (BGer 2C_488/2014 vom 15. Januar 2015): Steuerlich bilden alle BVG-Guthaben ein unteilbares Ganzes. Ein Kapitalbezug aus der Kader-Pensionskasse innert 3 Jahren kostet auch den Abzug für einen Einkauf in die Basis-Pensionskasse. Selbst WEF-Vorbezüge für Wohneigentum zählen als Kapitalbezug: Beziehen Sie innert 3 Jahren nach einem Einkauf Geld fürs Eigenheim, verlieren Sie den Abzug für den Einkauf.
Kann ich mehr als einmal pro Jahr einen Einkauf tätigen?
Ja, grundsätzlich können Sie mehrmals pro Jahr einzahlen – solange das Total das Einkaufspotenzial nicht übersteigt. Jede Einzahlung löst aber eine neue 3-Jahres-Sperrfrist aus – die Fristen laufen parallel. Strategie: Besser einmal pro Jahr (z.B. immer im November) einen grösseren Betrag einzahlen, um Sperrfristen überschaubar zu halten. Bei mehreren kleinen Tranchen droht ein Sperrfrist-Wirrwarr.
Was ist besser: BVG-Einkauf oder Hypothek amortisieren?
Kommt auf den Hypothekarzins an. Bei Hypothekarzins 2,5 % und Grenzsteuersatz 33 %: BVG-Einkauf bringt rund 5,9 % Rendite (siehe Rechenbeispiel oben), Amortisation spart 2,5 % Zinsen (aber steuerbar – effektiv nur 1,7 % nach Steuern, weil Hypothekarzinsen abzugsfähig sind). Faustregel: BVG-Einkauf schlägt Amortisation fast immer – ausser Sie haben sehr hohe Hypothek (>80 % Belehnung) oder extrem tiefen Grenzsteuersatz (<20 %).
Fazit: BVG-Einkauf als Steuerhebel – aber nur mit Plan
Freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse sind eines der mächtigsten Steuerinstrumente in der Schweiz – bei korrekter Planung erzielen Sie im Rechenbeispiel oben je nach Grenzsteuersatz rund 5–7 % Rendite pro Jahr praktisch risikofrei. Entscheidend sind drei Faktoren: Grenzsteuersatz über 30 %, Zeithorizont 10–15 Jahre bis Pensionierung, und Kapitalbezug statt Rente geplant.
Staffeln Sie Einkäufe über mehrere Jahre (z.B. 5 × CHF 20’000 statt einmal CHF 100’000), achten Sie pingelig auf die 3-Jahres-Sperrfrist, und prüfen Sie den Deckungsgrad Ihrer Pensionskasse vor der Einzahlung. Bei Zuzug aus dem Ausland gilt die 20-%-Regel für die ersten 5 Jahre – danach Volleinkauf möglich. Kombinieren Sie Einkäufe mit Säule-3a-Einzahlungen (kumulierbar!) und planen Sie den Kapitalbezug gestaffelt über mehrere Jahre, um die Kapitalauszahlungssteuer zu minimieren.
Letzte Warnung: Nie das gesamte liquide Vermögen in die Pensionskasse schieben – BVG-Guthaben ist bis Pensionierung gebunden (ausser für Wohneigentum, bei Auswanderung oder Selbstständigkeit). Behalten Sie Reserve für Notfälle, und holen Sie vor grossen Einkäufen (>CHF 50’000) Rat bei einem FINMA-registrierten Vorsorgeberater – die Komplexität (Sperrfristen, Scheidung, Unterdeckung, WEF-Vorbezüge) lässt sich nicht in einem Blogpost abschliessend abbilden.
Nächste Schritte: (1) Vorsorgeausweis bestellen und Einkaufspotenzial berechnen lassen, (2) Jahresbericht Pensionskasse prüfen (Deckungsgrad, Verzinsung), (3) Grenzsteuersatz mit dem ESTV-Steuerrechner ermitteln, (4) Einkaufsstrategie über 3–5 Jahre planen, (5) Sperrfrist im Kalender eintragen, (6) Kapitalbezug mit 63–65 vorbereiten.
Quellen:
- Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge (BVG), Art. 13a, 14, 30c, 30d, 79b und 83a
- Verordnung über die berufliche Vorsorge (BVV 2), Art. 1b, 1e, 60a, 60b und 60d
- Freizügigkeitsgesetz (FZG), Art. 5, 22d und 25f
- Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer (DBG), Art. 16, 24, 33, 38 und 96
- Verordnung über die gebundene Selbstvorsorge (BVV 3), Art. 3
- BSV: Wichtige Masszahlen der beruflichen Vorsorge 2025/2026 (Koordinationsabzug CHF 26’460, oberer Grenzbetrag CHF 90’720, Mindestzinssatz 1,25 %)
- Steuerverwaltung Schwyz: Merkblatt Einkauf in die berufliche Vorsorge, Sperrfristen beim Kapitalbezug (14. Juni 2022)
- Kanton Zürich: Zürcher Steuerbuch Nr. 31.3, Einkäufe gefolgt von Kapitalauszahlungen
- Kanton Solothurn: Steuerbuch, Beiträge an die berufliche Vorsorge
- Kanton Thurgau: Steuerpraxis StP 34 Nr. 14, Einkauf und Kapitalbezug
- ESTV-Steuerrechner, Steuerjahr 2026, Stand 25. September 2026