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Säule 3a auszahlen: Bis CHF 20'000 Steuern sparen mit gestaffeltem Bezug (2026)

Wer 3a falsch bezieht, verschenkt fünfstellige Beträge: gestaffelter Bezug, Kantonsvergleich der Kapitalbezugssteuer und konkrete Rechenbeispiele — Guide 2026.

Nicole BohneBeraterin für Vorsorge & Einwanderung 8 Min. Lesezeit Aktualisiert: September 2026 FINMA-registriert · unabhängig
In diesem Ratgeber
  1. Warum die Säule-3a-Auszahlung teurer ist als gedacht
  2. Wann Sie Ihr Säule-3a-Guthaben beziehen können
  3. So funktioniert die Besteuerung beim Bezug
  4. Gestaffelter Bezug — so brechen Sie die Steuerprogression
  5. Wie viele 3a-Konten brauchen Sie — und wann eröffnen
  6. Bezug mit Pensionskasse koordinieren — vermeiden Sie diese Falle
  7. Neue Nachzahlungsregel ab 2026 — Auswirkungen auf den Bezug
  8. Wohnsitzwechsel vor Pensionierung — legitimes Steueroptimierungs-Tool
  9. Häufig gestellte Fragen — Säule 3a auszahlen
  10. Checkliste — so holen Sie das Maximum aus Ihrer 3a-Auszahlung
Das Wichtigste in 30 Sek.

Wer sein Säule-3a-Guthaben auf einmal bezieht, zahlt aufgrund der Steuerprogression oft Tausende Franken zu viel. Ein gestaffelter Bezug über mehrere Jahre senkt die Steuerbelastung erheblich — bei CHF 150’000 Gesamtguthaben in Basel um über CHF 3’000 (ESTV-Steuerrechner 2026). Voraussetzung: Sie müssen mehrere 3a-Konten schon vor der Pensionierung eröffnen. Als Faustregel lohnt sich ab CHF 50’000 Guthaben ein zweites Konto. Bezüge aus Pensionskasse und 3a im gleichen Jahr werden zusammengerechnet — koordinieren Sie die Auszahlungen zeitlich. Frühestmöglicher Bezug: 5 Jahre vor AHV-Referenzalter (65), spätestens 5 Jahre danach (70), wenn Sie weiterarbeiten.

CHF 7’333

Steuerersparnis bei Staffelung

Stadt Zürich, verheiratet, CHF 440’000 über 5 Jahre statt auf einmal bezogen (ESTV-Steuerrechner, Steuerjahr 2026).

5 bis 10 Jahre

Maximales Bezugsfenster

Frühestens 5 Jahre vor dem AHV-Referenzalter, mit Erwerbstätigkeit bis 5 Jahre danach (Art. 3 Abs. 1 BVV 3). Staffeln geht nur mit mehreren 3a-Konten.

CHF 50’000

Faustregel für zweites Konto

Schon bei CHF 100’000 spart ein Bezug in zwei Jahren statt auf einmal laut ESTV-Steuerrechner rund CHF 400 (Stadt Zürich) bis CHF 1’600 (Stadt Basel), alleinstehend.

Warum die Säule-3a-Auszahlung teurer ist als gedacht

Jahrelang haben Sie diszipliniert in die Säule 3a eingezahlt, vom steuerbaren Einkommen abgezogen und Tausende Franken Steuern gespart. Doch bei der Auszahlung wird das Guthaben wieder besteuert — zu einem reduzierten Satz zwar, aber mit einem Haken: Die Kapitalauszahlungssteuer ist progressiv. Je höher der bezogene Betrag, desto höher der prozentuale Steuersatz.

Wer alle 3a-Guthaben auf einmal bezieht, rutscht in eine höhere Progressionsstufe und verschenkt einen Teil dessen, was er während der Einzahlungsphase gespart hat. Die Lösung: gestaffelter Bezug über mehrere Jahre. Aber wie funktioniert das genau? Welche Regeln gelten? Und wie viel sparen Sie konkret? Wie die Säule 3a als Ganzes funktioniert, lesen Sie auf unserer Seite Säule 3a.

💡 Insider-Tipp

Eröffnen Sie schon 10 bis 15 Jahre vor der Pensionierung mehrere 3a-Konten und verteilen Sie die Einzahlungen. Nachträgliches Aufteilen ist nicht möglich.

Wann Sie Ihr Säule-3a-Guthaben beziehen können

Das Guthaben der gebundenen Vorsorge (Säule 3a) können Sie nicht jederzeit beziehen. Die Auszahlung ist an klare Fristen und Bedingungen gekoppelt (Art. 3 BVV 3):

Ordentlicher Bezug zur Pensionierung:

  • Frühestens 5 Jahre vor dem AHV-Referenzalter (65 Jahre für Frauen und Männer ab 2028; für Frauen der Jahrgänge 1961 bis 1963 gilt ein Übergangsalter zwischen 64 und 65 Jahren)
  • Spätestens 5 Jahre nach dem Referenzalter (70 Jahre), sofern Sie weiterarbeiten. Ohne Erwerbstätigkeit wird das Guthaben mit dem Referenzalter fällig.
  • Maximales Bezugsfenster: 10 Jahre (von 60 bis 70), ohne Erwerbstätigkeit nach dem Referenzalter 5 Jahre (von 60 bis 65)

Vorzeitiger Bezug ist nur in folgenden Fällen möglich (Art. 3 und 3a BVV 3):

  • Finanzierung selbstbewohntes Wohneigentum (Erwerb, Bau, Beteiligungen am Wohneigentum)
  • Amortisation bestehende Hypothek (Vorbezüge für Wohneigentum alle 5 Jahre möglich)
  • Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit, wenn Sie danach nicht mehr der obligatorischen beruflichen Vorsorge unterstehen, oder Wechsel zu einer andersartigen selbständigen Tätigkeit
  • Auswanderung ins Ausland (endgültiges Verlassen der Schweiz)
  • Bezug einer ganzen IV-Rente (wenn das Invaliditätsrisiko in der Säule 3a nicht versichert ist)
  • Einkauf in die Pensionskasse oder Übertrag in eine andere 3a-Lösung

Sind Sie verheiratet oder leben Sie in eingetragener Partnerschaft, braucht der Vorbezug bei Selbständigkeit, Auswanderung und Wohneigentum die schriftliche Zustimmung Ihres Partners oder Ihrer Partnerin (Art. 3 Abs. 6 BVV 3).

Wichtig: Einen Bezug vor dem Referenzalter müssen Sie bei Ihrer Bank oder Versicherung aktiv beantragen. Mit dem Referenzalter wird das Guthaben fällig, ausser Sie weisen nach, dass Sie weiterarbeiten. Melden Sie sich rechtzeitig, damit Sie das Bezugsjahr selbst bestimmen.

So funktioniert die Besteuerung beim Bezug

Bei der Auszahlung von Säule-3a-Guthaben fällt eine einmalige Kapitalauszahlungssteuer an — auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene. Wohnen Sie in der Schweiz, wird das Guthaben ohne Steuerabzug ausbezahlt. Die Vorsorgeeinrichtung meldet den Bezug der Steuerbehörde (Art. 129 DBG), und Sie erhalten danach eine separate Steuerverfügung mit Rechnung (Art. 161 DBG). Legen Sie das Geld dafür zur Seite. Nur wer im Ausland wohnt, zahlt eine Quellensteuer, die direkt abgezogen wird (Art. 96 DBG).

Wichtigste Merkmale:

  • Separater Steuersatz: Die Kapitalauszahlung wird nicht zum übrigen Einkommen hinzugerechnet, sondern separat besteuert (Art. 38 DBG, Art. 11 Abs. 3 StHG)
  • Reduzierter Tarif: Auf Bundesebene beträgt die Kapitalauszahlungssteuer ein Fünftel des ordentlichen Tarifs, höchstens 2,3 % (Art. 38 Abs. 2 DBG). Die Kantone wenden eigene Tarife an.
  • Progressive Besteuerung: Je höher der bezogene Betrag, desto höher der prozentuale Steuersatz — auf Kantons- und Bundesebene
  • Zusammenzählung: Alle Bezüge innerhalb eines Kalenderjahres (3a + Pensionskasse + Freizügigkeitskonto) werden zusammengezählt und gemeinsam besteuert
  • Ehepaar: Bei Verheirateten werden die Bezüge beider Partner im gleichen Jahr addiert (Art. 9 DBG)

Der Bundesrat wollte Kapitalbezüge aus der 2. und 3. Säule ab 2027 höher besteuern. Das Parlament hat diese Massnahme im Entlastungspaket 27 abgelehnt (Stand März 2026). Es gilt weiterhin der bisherige Tarif.

Typische Steuersätze (ESTV-Steuerrechner, Steuerjahr 2026, Kantonshauptorte, ohne Kirchensteuer):

  • Bundesebene: unter 0,2 % bis CHF 50’000, rund 0,4 bis 0,5 % bei CHF 100’000, höchstens 2,3 %
  • Bund, Kanton und Gemeinde zusammen: je nach Wohnort und Höhe des Bezugs von unter 1 % bis knapp 10 %
  • Steuergünstige Kantone: Schwyz, Zug, Schaffhausen, Appenzell Innerrhoden, Nidwalden
  • Steuerlich teurer: Appenzell Ausserrhoden, Jura, Neuenburg, Basel-Stadt (vor allem bei hohen Beträgen)
Kanton Bezug CHF 50’000 Bezug CHF 150’000 (1×) Bezug CHF 150’000 (3×) Ersparnis
Zürich (Stadt) CHF 2’181 CHF 7’502 CHF 6’543 CHF 959
Basel-Stadt (Basel) CHF 1’791 CHF 9’832 CHF 5’373 CHF 4’459
Bern (Stadt) CHF 1’509 CHF 6’995 CHF 4’527 CHF 2’468
Zug (Stadt) CHF 691 CHF 3’836 CHF 2’073 CHF 1’763

Quelle: ESTV-Steuerrechner, Kapitalauszahlung aus Vorsorge, Steuerjahr 2026, Stand 25. September 2026. Verheiratet, ohne Kirchensteuer, Bezug mit 65 Jahren, Bund, Kanton und Gemeinde. 3× bedeutet drei Bezüge à CHF 50’000 in drei verschiedenen Jahren, gerechnet mit dem Tarif 2026 und ohne weitere Kapitalbezüge in diesen Jahren.

Gestaffelter Bezug — so brechen Sie die Steuerprogression

Der effektivste Weg, Steuern bei der Säule-3a-Auszahlung zu sparen, ist der gestaffelte Bezug über mehrere Jahre. Statt das gesamte Guthaben auf einmal zu beziehen, lösen Sie mehrere 3a-Konten nacheinander in verschiedenen Kalenderjahren auf.

Warum das funktioniert:

  • Jede Auszahlung wird separat besteuert (nicht kumuliert über die Jahre)
  • Kleinere Einzelbeträge rutschen in tiefere Progressionsstufen
  • Die prozentuale Steuerbelastung pro Franken sinkt

Konkrete Ersparnis-Beispiele:

Beispiel 1: Zürich, CHF 440’000 Gesamtguthaben (ESTV-Steuerrechner 2026, Stadt Zürich, verheiratet)

  • 1 Konto, Bezug auf einmal: CHF 27’448 Steuern
  • 5 Konten, Bezug über 5 Jahre (5× CHF 88’000, ab 60): CHF 20’115 Steuern
  • Ersparnis: CHF 7’333

Beispiel 2: Basel, CHF 150’000 Gesamtguthaben (ESTV-Steuerrechner 2026, Stadt Basel, verheiratet)

  • 1 Konto, Bezug auf einmal: CHF 9’832 Steuern
  • 2 Konten, Bezug über 2 Jahre (2× CHF 75’000): CHF 6’822 Steuern
  • Ersparnis: über CHF 3’000

Beispiel 3: Bern, Fabienne mit CHF 100’000 3a + CHF 150’000 Pensionskasse (ESTV-Steuerrechner 2026, Stadt Bern, alleinstehend)

  • Pensionskasse + 3a im gleichen Jahr: CHF 16’323 Steuern
  • Pensionskasse + CHF 50’000 Jahr 1, CHF 50’000 Jahr 2: CHF 13’818 Steuern
  • Ersparnis: CHF 2’505

⚠️ Wichtig

Teilbezüge aus einem einzelnen 3a-Konto sind nicht möglich — Sie müssen immer das gesamte Guthaben eines Kontos auf einmal beziehen. Mehrere Konten sind die einzige Möglichkeit zur Staffelung.

Schnell-Check

Wie beziehen Sie Ihre Säule 3a am günstigsten?

Was trifft am ehesten auf Sie zu?

Unsere Empfehlung
Jetzt ein zweites 3a-Konto eröffnen

Lenken Sie neue Beiträge auf das zweite Konto. Ein bestehendes Konto lässt sich später nicht aufteilen, und nur getrennte Konten können Sie in verschiedenen Jahren beziehen.

Unsere Empfehlung
3a-Konten nicht im Jahr des Pensionskassenbezugs beziehen

Alle Kapitalbezüge eines Kalenderjahres werden für die Steuer zusammengezählt. Legen Sie 3a-Bezüge in andere Jahre als das Pensionskassenkapital.

Unsere Empfehlung
Auch die Bezüge beider Partner staffeln

Die Kapitalbezüge von Ehepaaren im selben Jahr werden addiert. Verteilen Sie die Konten beider Partner auf verschiedene Jahre.

Unsere Empfehlung
Erst nachzahlen, dann das erste Konto beziehen

Nach dem ersten Altersbezug aus der Säule 3a sind keine Nachzahlungen mehr möglich, egal aus welchem Konto Sie bezogen haben.

Unsere Empfehlung
Bezugsjahr und Wohnsitz zusammen planen

Besteuert wird im Kanton, in dem Sie bei Fälligkeit wohnen. Wer im Ausland wohnt, zahlt Quellensteuer und kann sie je nach Abkommen zurückfordern, etwa mit Wohnsitz in Deutschland.

Wie viele 3a-Konten brauchen Sie — und wann eröffnen

Faustregel: Ab einem Guthaben von CHF 50’000 lohnt sich die Eröffnung eines zweiten 3a-Kontos. Idealerweise führen Sie 3 bis 5 separate Konten parallel.

Warum mehrere Konten sinnvoll sind:

  • Maximales Bezugsfenster: 10 Jahre (5 Jahre vor bis 5 Jahre nach AHV-Referenzalter, nach dem Referenzalter nur mit Erwerbstätigkeit)
  • Mit 5 Konten können Sie jedes Jahr eines auflösen und die Steuerprogression optimal brechen
  • Flexibilität bei der Bezugsplanung (z. B. Koordination mit Pensionskassenbezug)

Wichtige Einschränkungen:

  • Der jährliche Maximalbetrag (2026: CHF 7’258 mit Pensionskasse; ohne Pensionskasse 20 % des Erwerbseinkommens, höchstens CHF 36’288) gilt für alle Konten zusammen (Art. 7 BVV 3)
  • Sie können den Jahresbeitrag auf mehrere Konten verteilen oder jedes Jahr ein anderes Konto wählen. Massgebend ist nur das Total.
  • Nachträgliches Aufteilen bereits einbezahlter Beträge ist nicht möglich

Zeitpunkt der Kontoeröffnung:

  • Idealerweise 10 bis 15 Jahre vor Pensionierung
  • Sie können jederzeit ein weiteres 3a-Konto eröffnen (bei gleicher oder anderer Bank)
  • Strategie: Jedes Jahr ein neues Konto eröffnen oder ab CHF 50’000 Guthaben auf dem ersten Konto

Stolperfalle bei Wertschriften-Konten: Haben Sie bei derselben Bank ein normales 3a-Konto und ein 3a-Wertschriftenkonto, schreiben manche Banken bei der Auszahlung den Verkaufserlös der Wertschriften dem normalen 3a-Konto gut. Damit entfällt die Möglichkeit, beide in verschiedenen Jahren zu beziehen. Fragen Sie Ihre Bank, wie sie das handhabt.

Lösung:

  • 3a-Konto und 3a-Wertschriftendepot bei zwei verschiedenen Banken führen
  • Oder: Wertschriften bei Pensionierung ins private Depot übertragen lassen, sofern Ihre Bank das anbietet (gilt steuerlich als Bezug)

Ob eine Bank- oder eine Versicherungslösung besser zu Ihnen passt, vergleichen wir in Säule 3a: Versicherung vs Bank.

Bezug mit Pensionskasse koordinieren — vermeiden Sie diese Falle

Kapital, das Sie im selben Jahr aus der 2. Säule (Pensionskasse) und der 3. Säule beziehen, wird bei der Berechnung der Kapitalauszahlungssteuer zusammengezählt. Das treibt Sie in höhere Progressionsstufen und erhöht die Steuerbelastung massiv.

Konkrete Empfehlung:

  • Lösen Sie Ihr bestehendes 3a-Konto mindestens 1 Jahr vor dem geplanten Pensionskassenbezug auf
  • Bezahlen Sie im letzten Arbeitsjahr noch den Maximalbetrag in ein neues 3a-Konto ein. Im Jahr, in dem Sie die Erwerbstätigkeit aufgeben, ist der volle Beitrag erlaubt (Art. 7 Abs. 4 BVV 3).
  • Beziehen Sie dieses neue Konto dann 1 Jahr nach dem Pensionskassenbezug. Das geht nur, wenn Sie vor dem Referenzalter in Pension gehen oder danach weiterarbeiten. Sonst wird das Konto mit dem Referenzalter fällig.

Beispiel (vereinfacht):

  • Jahr 2027: Bezug CHF 50’000 aus 3a-Konto 1
  • Jahr 2028: Frühpensionierung mit 63, Bezug CHF 200’000 aus Pensionskasse
  • Jahr 2029: Bezug CHF 50’000 aus 3a-Konto 2 (mit 64, also vor dem Referenzalter)

So wird jede Auszahlung separat besteuert — statt CHF 300’000 auf einmal. Ein Ehepaar in der Stadt Zürich zahlt so laut ESTV-Steuerrechner 2026 rund CHF 15’300 statt CHF 17’800 Steuern.

Planen Sie vor der Pensionierung noch einen Einkauf in die Pensionskasse, gilt zusätzlich eine Sperrfrist: Drei Jahre nach einem Einkauf ist kein Kapitalbezug möglich (Art. 79b Abs. 3 BVG). Mehr dazu in unserem Ratgeber BVG-Einkauf und Steueroptimierung.

💡 Faustregel für Verheiratete

Die Bezüge beider Ehepartner innerhalb derselben Steuerperiode werden zusammengezählt. Staffeln Sie auch die Auszahlungen zwischen den Partnern über verschiedene Jahre.

Neue Nachzahlungsregel ab 2026 — Auswirkungen auf den Bezug

Seit 2026 können Sie verpasste Säule-3a-Beiträge rückwirkend bis zu 10 Jahre nachholen (gilt für Lücken ab 2025). Das bringt neue Möglichkeiten — aber auch eine wichtige Einschränkung beim Bezug:

Die Regel (Art. 7a Abs. 4 BVV 3):

  • Sobald Sie eine Altersleistung aus der Säule 3a beziehen (frühestens 5 Jahre vor dem Referenzalter), entfällt die Möglichkeit zur Nachzahlung
  • Das gilt selbst dann, wenn daneben noch weitere 3a-Gefässe bestehen bleiben, die Sie erst später auszahlen lassen
  • Wer gestaffelt beziehen will, muss vor dem ersten Bezug prüfen, ob noch Nachzahlungen sinnvoll sind

Strategische Überlegung: Eine Beitragslücke können Sie in den zehn folgenden Jahren schliessen, eine Lücke aus 2025 also bis 2035. Das geht aber nur, solange Sie noch kein 3a-Guthaben als Altersleistung bezogen haben. Planen Sie die Reihenfolge: Erst Nachzahlungen tätigen, dann gestaffelt beziehen. Wie die Nachzahlung Schritt für Schritt funktioniert, erklärt unser Ratgeber Säule 3a Nachzahlung ab 2026.

3a-Steuerrechner

Was bringt ein letzter 3a-Beitrag vor dem Bezug?

Solange Sie erwerbstätig sind, senkt jeder Beitrag bis CHF 7’258 Ihr steuerbares Einkommen, auch im Jahr, in dem Sie aufhören zu arbeiten. Nachzahlungen sind nur vor dem ersten Altersbezug möglich. Wählen Sie Kanton, Lohn und Zivilstand.

Zivilstand

Steuerersparnis pro Jahr

CHF –

    Quelle: ESTV-Steuerrechner, Steuerjahr 2026, Hauptort des Kantons, Bund, Kanton und Gemeinde ohne Kirchensteuer, ohne Kinder: Steuerdifferenz bei einem um den 3a-Beitrag tieferen steuerbaren Einkommen. Ihr genauer Wert hängt von Gemeinde, Konfession und weiteren Abzügen ab.

    Wohnsitzwechsel vor Pensionierung — legitimes Steueroptimierungs-Tool

    Der Wohnsitz zum Zeitpunkt des Bezugs bestimmt, in welchem Kanton Sie die Kapitalauszahlungssteuer zahlen. Ein Umzug in einen steuergünstigen Kanton vor der ersten Auszahlung kann daher Tausende Franken sparen.

    Steuergünstige Kantone für Kapitalbezüge (ESTV-Steuerrechner 2026, Kantonshauptorte):

    • Schwyz (bei Bezügen bis CHF 100’000 am tiefsten)
    • Zug
    • Nidwalden
    • Schaffhausen und Appenzell Innerrhoden

    Teuerste Kantone:

    • Appenzell Ausserrhoden
    • Jura
    • Neuenburg
    • Basel-Stadt (vor allem bei hohen Beträgen)

    Die Reihenfolge verschiebt sich mit der Höhe des Bezugs, bei CHF 500’000 liegt zum Beispiel Graubünden vorne. Auch die Gemeinde spielt eine Rolle. Rechnen Sie Ihren Fall deshalb mit dem ESTV-Steuerrechner durch.

    Voraussetzung: Der Wohnsitzwechsel muss vor dem Bezug erfolgen. Besteuert wird im Kanton, in dem Sie bei Fälligkeit der Leistung wohnen (Art. 4b StHG). Ein Umzug nach dem Bezug bringt keine Steuerersparnis mehr.

    Achtung: Ein Wohnsitzwechsel nur aus Steuergründen wird nicht anerkannt, wenn Sie keinerlei tatsächliche Bindung zum neuen Kanton haben. Steuerlich zählt, wo Sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhalten (Art. 3 Abs. 2 StHG). Rechtssichere Planung empfohlen.

    Ihren 3a-Bezug steuerlich richtig planen?

    Nicole Bohne (10 Jahre Versicherung und Vorsorge) legt mit Ihnen fest, in welchen Jahren Sie Ihre 3a-Konten und die Pensionskasse beziehen, und prüft die Steuerfolgen an Ihrem Wohnort. 45 Minuten per Video, kostenlos und unverbindlich.

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    Häufig gestellte Fragen — Säule 3a auszahlen

    Kann ich mein 3a-Guthaben teilweise beziehen?

    Nein. Sie müssen immer das gesamte Guthaben eines 3a-Kontos auf einmal beziehen. Teilbezüge sind nur für die Finanzierung von Wohneigentum erlaubt (Kauf, Bau, Amortisation Hypothek im Abstand von mindestens 5 Jahren). Für gestaffelte Auszahlungen brauchen Sie mehrere 3a-Konten.

    Was passiert, wenn ich vergesse, mein 3a-Konto aufzulösen?

    Mit dem Erreichen des AHV-Referenzalters wird das Guthaben fällig und ausbezahlt. Weisen Sie nach, dass Sie weiterhin erwerbstätig sind, können Sie den Bezug um höchstens 5 Jahre aufschieben, also bis 70 (Art. 3 Abs. 1 BVV 3). Melden Sie sich rechtzeitig bei Ihrem Anbieter, damit Sie das Bezugsjahr selbst wählen können.

    Muss ich die 3a-Auszahlung in der Steuererklärung angeben?

    Ja, zwingend. Die Kapitalauszahlung muss im Jahr des Bezugs in der Steuererklärung deklariert werden. Die Bank oder Versicherung meldet den Bezug zusätzlich der Steuerbehörde (Art. 129 DBG). Wohnen Sie in der Schweiz, wird keine Steuer an der Quelle abgezogen. Sie erhalten für den Bezug eine separate Steuerrechnung. Nach der Auszahlung gehört das Geld zu Ihrem Vermögen und unterliegt der Vermögenssteuer.

    Kann ich nach der Pensionierung noch in die Säule 3a einzahlen?

    Ja, sofern Sie über das AHV-Referenzalter (65) hinaus weiterarbeiten und AHV-pflichtiges Einkommen erzielen. Einzahlungen sind bis maximal 5 Jahre nach Erreichen des Referenzalters möglich (bis 70 Jahre). Im Jahr, in dem Sie die Erwerbstätigkeit aufgeben, dürfen Sie noch den vollen Beitrag einzahlen (Art. 7 Abs. 3 und 4 BVV 3).

    Wie hoch ist die Kapitalauszahlungssteuer genau in meinem Kanton?

    Die Steuersätze variieren stark nach Kanton, Gemeinde, Zivilstand, Konfession und Höhe des Bezugs. Nutzen Sie den offiziellen Steuerrechner der ESTV (Kapitalauszahlung aus Vorsorge) oder die Steuerrechner von UBS, VZ VermögensZentrum oder Ihrer Kantonalbank für eine genaue Berechnung Ihrer Situation.

    Kann ich mein 3a-Guthaben ins Ausland mitnehmen?

    Ja, bei definitiver Auswanderung können Sie das gesamte 3a-Guthaben beziehen. Sie müssen einen festen Wohnsitz im Ausland nachweisen (Anmeldebestätigung). Beziehen Sie das Guthaben nach der Abmeldung, zieht die Vorsorgeeinrichtung eine Quellensteuer ab (Art. 96 DBG). Je nach Doppelbesteuerungsabkommen können Sie diese zurückfordern. Mit Wohnsitz in Deutschland ist das möglich: Sie brauchen dafür das amtliche Formular und eine Bestätigung des deutschen Finanzamts, dass es von der Auszahlung Kenntnis hat. Der Antrag ist innert drei Jahren nach der Auszahlung zu stellen (ESTV, Stand 2025). Die Auszahlung ist dann in Deutschland zu deklarieren.

    Was ist besser: 3a-Konto bei einer Bank oder mehrere 3a-Konten bei verschiedenen Banken?

    Für gestaffelten Bezug spielt es keine Rolle, ob Sie alle Konten bei einer Bank oder verteilt bei mehreren Anbietern führen. Wichtig ist nur, dass es separate Konten sind. Vorteil mehrere Banken: Sie können unterschiedliche Anlagestrategien pro Konto wählen. Nachteil: mehr Verwaltungsaufwand. Idealerweise 3a-Konto und 3a-Wertschriftendepot bei verschiedenen Banken, um Zusammenlegung bei Auszahlung zu vermeiden.

    Checkliste — so holen Sie das Maximum aus Ihrer 3a-Auszahlung

    10 bis 15 Jahre vor Pensionierung:

    • ✅ Prüfen Sie Ihr aktuelles 3a-Guthaben
    • ✅ Eröffnen Sie ab CHF 50’000 Guthaben ein zweites 3a-Konto
    • ✅ Ziel: 3 bis 5 separate Konten bis zur Pensionierung

    5 bis 10 Jahre vor Pensionierung:

    • ✅ Planen Sie die Bezugsreihenfolge (3a-Konten + Pensionskasse + allfällige Freizügigkeitskonten)
    • ✅ Berechnen Sie die Steuerbelastung mit Online-Rechnern (estv.admin.ch, UBS, VZ)
    • ✅ Prüfen Sie, ob ein Wohnsitzwechsel in einen steuergünstigeren Kanton sinnvoll ist

    1 Jahr vor Pensionierung:

    • ✅ Lösen Sie ein erstes 3a-Konto auf (falls Sie mehrere haben)
    • ✅ Zahlen Sie im letzten Arbeitsjahr noch CHF 7’258 in ein neues/bestehendes Konto ein
    • ✅ Klären Sie mit Ihrer Pensionskasse den geplanten Bezugszeitpunkt ab

    Im Pensionierungsjahr:

    • ✅ Beziehen Sie Pensionskassenkapital (nicht im gleichen Jahr wie weitere 3a-Bezüge)
    • ✅ Koordinieren Sie mit Partner/Partnerin (Bezüge werden zusammengezählt)

    Nach der Pensionierung (bis zum Referenzalter, mit Erwerbstätigkeit bis spätestens 70):

    • ✅ Beziehen Sie die restlichen 3a-Konten gestaffelt über mehrere Jahre
    • ✅ Deklarieren Sie jeden Bezug korrekt in der Steuererklärung
    • ✅ Achten Sie auf Vermögenssteuer auf das ausbezahlte Kapital

    Fazit: Die Säule 3a bietet während der Erwerbsphase attraktive Steuervorteile — aber nur, wer die Auszahlung strategisch plant, profitiert auch langfristig. Ein gestaffelter Bezug über mehrere Jahre spart je nach Höhe, Kanton und Zivilstand von einigen hundert bis über CHF 7’000. Bei CHF 440’000 in der Stadt Basel sind es laut ESTV-Steuerrechner sogar rund CHF 19’000. Die Voraussetzung: Sie müssen rechtzeitig (10 bis 15 Jahre vor Pensionierung) mehrere 3a-Konten eröffnen. Nachträgliches Aufteilen ist nicht möglich. Wie Sie Ihre Säule 3a insgesamt aufstellen, zeigt unser Leitfaden zur Säule-3a-Optimierung. Holen Sie sich bei komplexen Situationen (hohes Vermögen, Grenzgänger, mehrere Einkommensquellen) individuelle Beratung bei einem Steuerexperten oder Ihrer Vorsorgeeinrichtung, oder besprechen Sie Ihren Bezugsplan mit Nicole Bohne.

    Quellen:

    Über den Autor

    Nicole Bohne

    Beraterin für Vorsorge & Einwanderung

    Nicole Bohne ist seit 10 Jahren in Versicherung und Vorsorge tätig, unter anderem bei der Basler und der Zurich. Sie ist spezialisiert auf Vorsorge (Säule 3a, Risikoabsicherung, Steuern) und auf die Versicherungsfragen rund um die Einwanderung in die Schweiz. FINMA-registrierte Vermittlerin (F01536402); sie berät auf Deutsch, Englisch und Französisch.

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